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Recht27.10.2026

CO2-Preis 2027: Heizen mit Gas und Öl bleibt beim Preisniveau von 2026

Was der Bundestag beschlossen hat

Der Bundestag hat am Donnerstag, 15. Oktober 2026, das Dritte Gesetz zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) verabschiedet. In der namentlichen Abstimmung stimmten 303 Abgeordnete dafür, 210 dagegen, 52 enthielten sich. Der Kern: Der nationale CO2-Preis auf Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel liegt auch 2027 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO2. Das ist dieselbe Spanne wie 2026.

Warum das Gesetz nötig war

Der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS 2) startet erst 2028 statt 2027. Für dieses Übergangsjahr sah das BEHG bisher einen Preis vor, der sich aus dem schwankenden Durchschnitt der Versteigerungen im EU-Emissionshandel für Industrie und Energie ableitet. Diesen Mechanismus ersetzt der Beschluss durch den bekannten Korridor. Der Umweltausschuss rechnet in seinem Bericht damit, dass der durchschnittliche CO2-Preis 2027 genau dem von 2026 entspricht. Für 2026 erwartet er einen Schnitt von knapp über 66 Euro, weil ein Teil der Zertifikate außerhalb der Versteigerung zu einem festen Preis verkauft wird.

Was das für deine Heizkosten heißt

Wer mit einer Gastherme oder einem Ölkessel heizt, zahlt den CO2-Preis über den Gas- oder Ölpreis mit. Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) hat für 2026 ausgerechnet, was der Korridor gegenüber dem Festpreis von 55 Euro aus 2025 ausmacht. Am oberen Ende bei 65 Euro sind es 3,2 Cent mehr je Liter Heizöl und 0,22 Cent mehr je Kilowattstunde Erdgas, jeweils mit 19 Prozent Mehrwertsteuer. Zertifikate, die außerhalb der Versteigerung zu 68 Euro verkauft werden, liegen mit 4,1 Cent je Liter und 0,28 Cent je Kilowattstunde etwas darüber. Weil der Schnitt 2026 bei gut 66 Euro liegt, ist der tatsächliche Aufschlag etwas höher als der Wert für 65 Euro. Für 2027 erwartet der Umweltausschuss aus dem CO2-Preis keinen weiteren Aufschlag.

Was du tun musst: nichts. Es gibt keinen Antrag und keine Frist. Den CO2-Preis führen die Lieferanten von Gas und Heizöl ab und geben ihn über den Preis weiter. Falls du Heizöl nur deshalb noch vor dem Jahreswechsel kaufen wolltest, um einem höheren CO2-Preis 2027 zuvorzukommen: Nach der Rechnung des Ausschusses fällt dieser Grund weg. Den übrigen Ölpreis bestimmt weiter der Markt.

Wie es weitergeht

Das Gesetz geht jetzt noch einmal an den Bundesrat. Im ersten Durchgang am 25. September 2026 hatte die Länderkammer keine Einwände erhoben. Einen Termin für den zweiten Durchgang hat der Bundesrat bis zum 26. Oktober 2026 nicht veröffentlicht. Ist das Verfahren abgeschlossen, tritt das Gesetz am Tag nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft. Ab 2028 bildet sich der Preis im europäischen ETS 2. Wie hoch er dann liegt, regelt dieses Gesetz nicht.

Läuft deine Gastherme gerade nicht rund, hilft dir der Ratgeber Heizung verliert Druck mit den Handgriffen, die du als Betreiber selbst machen darfst.

Quellen

  1. Deutscher Bundestag: Bundestag novelliert das Brennstoffemissionshandelsgesetz (Textarchiv, Abstimmung vom 15.10.2026) · Behörde, abgerufen am 26.10.2026
  2. Bundestag Drucksache 21/7869: Gesetzentwurf der Bundesregierung, Drittes Gesetz zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (07.09.2026) · Behörde, abgerufen am 26.10.2026
  3. Bundestag Drucksache 21/8626: Beschlussempfehlung und Bericht des Umweltausschusses (14.10.2026) · Behörde, abgerufen am 26.10.2026
  4. DEHSt: Was bedeutet die Versteigerungsphase im nationalen Emissionshandel ab 2026 für Verbraucherpreise? (FAQ nEHS 063) · Behörde, abgerufen am 26.10.2026
  5. Bundesrat: Beratungsvorgang Drucksache 462/26, 1068. Sitzung am 25.09.2026, TOP 48 · Behörde, abgerufen am 26.10.2026