Heizung verliert Druck: was du an der Gastherme selbst tun darfst
Kurz gesagt
Fällt der Druck in der Heizung, meldet die Gastherme Wassermangel, bei Vaillant etwa F22, bei Buderus LoPr. Du darfst den Druck ablesen und Heizwasser so nachfüllen, wie es die Bedienungsanleitung und dein Fachbetrieb zeigen. Sinkt der Druck danach immer wieder, verliert die Anlage Wasser. Die Suche danach ist Sache des Fachbetriebs.
Riechst du Gas, hör sofort auf
Bevor du an der Therme irgendetwas machst: Riecht es nach Gas, betätigst du keine Schalter, ziehst keinen Stecker und telefonierst nicht im Haus. Kein Feuerzeug, keine Zigarette. Öffne Fenster und Türen, schließ die Gaszufuhr am Gaszähler oder an der Hauptabsperreinrichtung, warn die Mitbewohner und verlass das Gebäude. Draußen rufst du den Notdienst deines Gasversorgers an, dazu Feuerwehr und Polizei. So steht es in den Betreiberanleitungen von Vaillant und Buderus.
Woran du zu wenig Druck erkennst
Die Therme meldet es selbst. Die Codes dazu:
- Vaillant F22: Im Gerät ist kein oder zu wenig Wasser, oder der Wasserdruck ist zu niedrig.
- Vaillant F75: Beim Start der Heizungspumpe erkennt das Gerät keinen ausreichenden Drucksprung. Vaillant nennt als mögliche Ursachen auch zu niedrigen Anlagendruck und Luft im Gerät, dazu Defekte an Drucksensor und Pumpe.
- Buderus LoPr: Die Logamax plus GB172i.2 zeigt „LoPr“, sobald der Betriebsdruck unter den eingestellten Mindestwert fällt. Sinkt er unter 0,3 bar, wechselt LoPr mit der Druckanzeige und die Heizung ist blockiert.
Bei Vaillant gibt es noch ein leiseres Signal. Blinkt der Wasserdruck zusammen mit dem Wartungssymbol, reicht laut Betriebsanleitung das Nachfüllen von Heizwasser.
Druck ablesen
Bei der Vaillant ecoTEC plus gehst du über MENÜ zu INFORMATION und dort auf Wasserdruck. Das Display zeigt den aktuellen Fülldruck und daneben den minimalen und maximalen Wert. Liegt der Fülldruck unter 0,8 bar, sollst du nachfüllen.
Bei der Buderus GB172i.2 drückst du die Taste ok, dann erscheint der Betriebsdruck. Buderus nennt 1 bis 2 bar als Normalbereich.
Braucht deine Anlage mehr Druck, nennt dir den Wert die Fachkraft, schreibt Buderus. Vaillant erwähnt als Beispiel Anlagen, die über mehrere Stockwerke gehen.
Nachfüllen, so wie es die Anleitung zeigt
Wo der Füllhahn sitzt und wie er an die Wasserleitung kommt, ist von Anlage zu Anlage verschieden. Vaillant schreibt deshalb ausdrücklich: Frag deinen Fachhandwerker, wo der Füllhahn ist, und schließ ihn so an, wie er es dir erklärt hat. Hat dir das nie jemand gezeigt, ruf zuerst den Fachbetrieb an.
Füll nur geeignetes Heizwasser ein. Vaillant warnt vor stark kalkhaltigem, korrosivem oder mit Chemikalien versetztem Wasser. Es greift Dichtungen und Membranen an und verstopft Bauteile.
Der Ablauf nach Vaillant-Anleitung:
- Alle Thermostatventile an den Heizkörpern öffnen.
- Die Wasserzufuhr zum Füllhahn öffnen.
- Den Füllhahn langsam aufdrehen und Wasser einlassen, bis der nötige Druck im Display steht.
- Die Wasserzufuhr schließen.
- Alle Heizkörper entlüften.
- Den Druck noch einmal prüfen und bei Bedarf etwas nachfüllen.
- Den Füllhahn schließen.
Buderus ergänzt zwei Grenzen. Gefüllt wird nur bei kalter Anlage mit höchstens 40 °C Vorlauftemperatur, weil kaltes Wasser in einem heißen Kessel Spannungsrisse auslösen kann. Und bei höchster Heizwassertemperatur dürfen 3 bar nicht überschritten werden, sonst öffnet das Sicherheitsventil. Zu viel einfüllen bringt also nichts.
Wenn der Druck immer wieder fällt
Einmal nachfüllen ist normale Betreiberarbeit. Fällt der Druck nach Tagen oder Wochen erneut, verliert die Anlage irgendwo Wasser, oder ein Bauteil arbeitet nicht richtig.
Vaillant listet für F22 mehrere Ursachen auf, die nur ein Fachmann prüfen kann: ein defekter Wasserdrucksensor, lose oder defekte Kabel zu Pumpe oder Sensor, eine gestörte Heizungspumpe, ein defektes Magnetventil der automatischen Fülleinrichtung und ein defektes Ausdehnungsgefäß. Für F22 und F75 rät Vaillant ausdrücklich, die Ursache nicht selbst zu suchen. Du riskierst sonst Folgeschäden. Ruf den Heizungsfachbetrieb oder den Vaillant-Werkskundendienst.
Was der Fachbetrieb übernimmt
Alles hinter der Verkleidung der Therme ist tabu: Drucksensor, Pumpe, Ausdehnungsgefäß, Kabel, Sicherheitsventil. Vaillant verbietet Betreibern Veränderungen am Sicherheitsventil, an den Zuleitungen für Gas und Wasser und an der Abgasanlage. Auch die Lecksuche im Rohrnetz gehört in die Hand des Fachbetriebs oder des Werkskundendienstes.
Vaillant empfiehlt eine jährliche Inspektion und alle zwei Jahre eine Wartung durch einen Fachhandwerker. Bei diesem Termin kannst du den Druckverlust gleich ansprechen.
Häufige Fragen
Wie viel bar sollte die Heizung haben?
Buderus nennt für die Logamax plus GB172i.2 einen Betriebsdruck von normalerweise 1 bis 2 bar. Vaillant lässt bei der ecoTEC plus nachfüllen, wenn der Fülldruck unter 0,8 bar liegt, und zeigt im Display den minimalen und maximalen Wert an. Verteilt sich die Anlage über mehrere Stockwerke, kann mehr Druck nötig sein. Den Wert nennt dir der Fachbetrieb.
Ist es normal, dass man Heizungswasser nachfüllen muss?
Einmal nachfüllen, etwa nach dem Entlüften, beschreiben die Hersteller als Betreiberaufgabe. Musst du immer wieder nachfüllen, verliert die Anlage Wasser oder ein Bauteil ist defekt. Vaillant nennt bei F22 unter anderem Drucksensor, Pumpe, Ausdehnungsgefäß und das Magnetventil der automatischen Fülleinrichtung. Das prüft der Fachbetrieb.
Kann ich die Heizung mit Leitungswasser auffüllen?
Nur mit geeignetem Heizwasser. Vaillant warnt, dass stark kalkhaltiges oder korrosives Wasser Dichtungen und Membranen schädigt und Bauteile verstopft. Welches Wasser bei dir passt, sagt dir der Fachbetrieb, der die Anlage betreut.